Startseite
  Über...
  Archiv
  Borussia Dortmund
  WM Tagebuch
  Gästebuch
  Kontakt

   schwatz-gelb
   Mein Tagebuch

https://myblog.de/fennilein

Gratis bloggen bei
myblog.de





So

nachdem mein alter blog warum auch immer den Geist aufgegeben hat, hab ich mir kurzerhand einen neuen gemacht. Ich hab meinen alten schändlich vernachlässigt, aber das wird diesmal nicht mehr sein.

Und natürlich poste ich auch wieder meine Geschichte, an der ich im Moment schreibe, hier, aber diesmal in kleineren Häppchen.

Los gehts:

Prolog

Vom Meer her wehte ein böiger Wind, der, ohne auf ein Hindernis zu stoßen, auf das Land traf. Er warf die Wellen so hoch, dass sie den halben Strand verschluckten und presste den Regen, der ohne Unterlass vom Himmel fiel, gegen die Fenster und Hauswände.
„Wenn es wenigstens schneien würde, wie es sich für einen ordentlichen Winter gehört,“ dachte Andras, der am Fenster des großen Saals stand und aus dem Fenster hinaus auf die aufgewühlte See blickte. „Aber stattdessen regnet es in Strömen. Ich frage mich, was die Geister sich dabei gedacht haben.“
Erneut traf eine Windböe das große Haus auf der Klippe, ließ die Fensterläden klappern, heulte im Kamin und brachte das Feuer fast zum Erlöschen. Andras schauerte und zog den Umhang fester um sich. Da spürte er, wie sich eine kleine, warme Hand in seine schob und als er den Kopf wandte, sah er direkt in die großen, fragenden Augen von Susann, seiner ältesten Tochter. „Wann bekommt Mammi denn jetzt endlich das Kind? Ich will nicht mehr warten, ich will endlich ins Bett gehen!“ quengelte sie, dann zog sie Andras am Arm und wies auf den Tisch: „Maja ist schon eingeschlafen. „
Andras folgte Susanns Arm mit dem Blick und als er seine jüngste Tochter sah, musste er lächeln. Maja hatte bis vor kurzem noch mit ein paar Holzbausteinen gespielt. Jetzt lagen die Bausteine verstreut vor ihr, ihr Kopf lag auf dem Tisch, ihre Augen waren fest geschlossen und halb von ihrem dichten, blonden Haar verdeckt und in ihrer linken Faust hielt sie noch einen von den Bausteinen. Auf ihrem Gesicht lag ein kleines, seliges Lächeln und ihre Wangen waren vom Schlaf gerötet.
Nachdem Andras einen langen Blick auf sie geworfen hatte, zog er seinen Umhang aus und ging zu Maja hin. „Wenn du so müde bist, kannst du natürlich ins Bett gehen,“ sagte er zu Susann, während er Maja vorsichtig in den Umhang hüllte. „Ich dachte nur, du würdest dich vielleicht freuen, wenn du so lange aufbleiben kannst, bis deine Mutter euer neues Brüderchen oder Schwesterchen auf die Welt gebracht hat.“
„Wäre ich ja auch gern, aber das dauert ja so lange,“ meinte Susann und schob die Unterlippe vor. Sie überlegte einen kleinen Augenblick, dann drehte sie sich zum Fenster um, kletterte auf das Fensterbrett, drückte ihre Nase gegen die Scheibe und blickte hinaus. „Papa...“ fing sie an, doch sie wurde von einem völlig durchnässten Mann unterbrochen, der in den Saal gestürzt kam. „Andras!“ rief er. „Hier ist etwas, was du dir unbedingt ansehen solltest!“
Andras ließ von seiner Tochter, der er bis dahin liebevoll über das Haar gestrichen hatte, ab und ging zu dem Mann hin. Es war Laak, einer der Bauern, die ein Stück abseits des Dorfes lebten und dort ihre Felder bewirtschaften. „Was gibt es denn?" wollte er wissen. „Dieser Sturm wird doch nicht irgendeinen Baum umgeworfen haben, der auf ein Haus gefallen...“
„Nein, nein,“ unterbrach ihn Laak hastig und ergriff ihn am Arm. „Es ist etwas anderes, aber ich möchte, dass du kommst und dir selbst ein Bild machst.“
Andras zögerte einen Moment, dann drehte er sich zu Susann um, die immer noch aus dem Fenster sah. „Susann, ich werde eben mit Laak mitgehen und mir ansehen, was passiert ist. Bleib du auf jeden Fall hier und pass mir ja auf Maja auf.“
„Ja, ja,“ erwiderte Susann nur.
Andras wartete kurz, ob sie noch etwas hinzufügen würde, aber sie tat es nicht und er folgte Laak eilig, der mit riesigen Schritten vorwärts strebte. Sie verließen den großen Saal und kamen in die noch größere Halle, von der es links zu Küche und zum Küchengarten ging und von der die beiden Treppen in das obere Stockwerk abzweigten.
Mitten in der Halle stand eine tropfnasse Gestalt, die ein großes, unförmiges Bündel in den Armen hielt. Andras dachte flüchtig an ein verletztes Tier, aber dann verwarf er den Gedanken sofort. Mit einem Tier wären sie nicht zu ihm, sondern zu Tobis gegangen. Er merkte, wie er unwillkürlich den Schritt beschleunigte.
Als sie näher kamen und das Licht der kleinen Fackel, die Laak in der Hand hielt, auf die Gestalten fiel, erkannte Andras, dass es sich um Laaks Sohn Jahran handelte und in seinen Armen trug er kein Bündel sondern einen Menschen, der eng in einen Umhang gewickelt war.
Andras spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. „Du liebe Zeit, es wird doch keiner vom Blitz getroffen oder anderweitig verletzt worden sein!“ rief er erschrocken und bemerkte in diesem Moment, dass die Gestalt auf Jahrans Armen seltsam unförmig unter dem Umhang erschien.
21.5.06 17:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


manu (21.5.06 19:36)
ich sag es immer wieder wenn du magst. du kannst echt gut schreiben! die charaktere nehmen schon nach so einem kleinen stück der geschichte für mich schon formen an.
immer weiter so!

mfg manu

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung